Züchterausflug 2015

Der diesjährige Züchterausflug führte uns gemeinsam mit einigen Kärntner Fleckvieh-Fleisch Züchterinnen und Züchtern nach Kroatien. Schon vor einigen Jahren kauften kroatische Mutterkuhhalter Fleckvieh-Fleisch und Fleckvieh-Doppelnutzungsstiere in Österrreich. Ein Besuch auf diesen Betrieben war natürlich ein Fixpunkt. Außerdem wurden auch zwei Milchviehbetriebe besichtigt. Abgerundet wurde das Programm bei einer Weinverkostung.

Familie Dzakula – der Biobetrieb in Sjeverovac

Familie Dzakula bewirtschaftet einen Biobetrieb ca. 80 km südlich von Zagreb. Neben rund 80 Mutterkühen (hauptsächlich Fleckvieh, daneben auch Hereford und Kreuzungen) werden auch Schweine und Schafe gehalten. Der Großteil des Betriebes wird biologisch bewirtschaftet. Der Rinderbestand musste im Jahr 2015 wegen einer Leukose-Infektion reduziert werden. Zur Ergänzung wurden auch Kreuzungen zugekauft, Ziel ist aber eine Fleckvieh-Fleisch Herde. 2011 kaufte Familie Dzakula einen auf slowenischen Landwirtschaftsmesse ausgestellten Fleckvieh-Fleisch Stier aus der Steiermark. Auch jetzt stehen zwei österreichische Deckstiere am Betrieb. Der Betriebsleiter ist auch bemüht, sein Wissen weiterzugeben. So werden am Betrieb regelmäßig Schüler und Studierende unterrichtet.

500 Mutterkühe im Naturpark Lonjsko Polje

Am nächsten Tag waren wir zu Gast bei den Landwirten von Popovaca. Sie treiben ihre 500 Mutterkühe auf das über 1000 Hektar große Weideland des Naturparks Lonjsko Polje. Auch dort sind Deckstiere aus Österreich im Einsatz. Rinder wurden auch aus anderen Ländern Europas zugekauft, wie beispielsweise Lettland, Tschechien und Ungarn. In den Gesprächen mit den Landwirten wurde auch ersichtlich, wie schwierig es war (und noch ist), die landwirtschaftlichen Strukturen nach dem Ende des Kommunismus wiederaufzubauen.

Die Exkursion führte weiter in den Südosten Kroatiens nach Kutjevo. Nachdem der Tag bei einer Weinverkostung http://www.enjingi.hr/ ihren Ausklang fand, standen am nächsten Tag noch zwei Betriebsbesichtigungen in der Region an. Zuerst ging es auf einen Betrieb mit 100 Milchkühen und Rindermast. Die Herde hat ihren Ursprung zu einem Großteil in der Steiermark. Probleme bereitet dem Betriebsleiterpaar die Tatsache, dass die Molkerei das Milchgeld nur unregelmäßig ausbezahlt. Auch auf dem zweiten Milchviehbetrieb mit 30 Kühen stellt das ein Problem dar. Allerdings wurden die Umbauarbeiten langsam und Großteils in Eigenregie durchgeführt und der Bestand langsamer von 15 auf 30 Kühe aufgestockt, sodass kein Fremdkapital nötig war.

Nach drei interessanten Tagen in Kroatien traten wir wieder die Heimreise an. In Erinnerung bleiben jede Menge Eindrücke und vor allem die Gastfreundschaft der kroatischen Kollegen, bei denen wir uns auf diesem Weg nochmals bedanken möchten. Großer Dank gilt Miroslav Kovac, der bei der Organisation im vorfeld behilflich war und uns auch bei den Besuchen in Popovaca und Kutjevo begleitete.

Text und Fotos: Anna Koiner


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